Überblick

Systemerstellung (SE)

Der Bereich SE gliedert sich in sechs Phasen (Vierecke im Hintergrund). Jede Phase teilt sich in weitere Elementarphasen (Blöcke im Vordergrund) und diese wiederum in Aktivitäten (nicht abgebildet). Es folgt eine kurze Beschreibung der Elementarphasen:
Modell

SE 1 - System-Anforderungsanalyse

Hier werden die Anforderungen an das Gesamtsystem erhoben. Unter dem Gesamtsystem versteht man nicht nur das IT-System, sondern auch das fachliche Umfeld, selbst wenn Teile davon später nicht mittels EDV abgedeckt werden.

SE 2 - System-Entwurf

Der Grobentwurf des Gesamtsystems wird ermittelt und festgehalten

SE 3 - SW-/HW- Anforderungsanalyse

In dieser Elementarphase konzentriert man sich bereits auf die Anforderungen der SW bzw. HW. Bereiche, die nicht von der späteren IT-Anwendung betroffen sind, werden hier nicht weiter untersucht.

SE 4 - SW-Grobentwurf

Die Software wird grob gegliedert und beschrieben.

SE 5 - SW-Feinentwurf

Die zuvor gebildete grobe SW-Struktur wird weiter verfeinert und beschrieben.

SE 6 - SW-Implementierung

Die Softwarevorgaben werden in Programme bzw. Datenbanken umgesetzt. Erste Überprüfungen gegenüber dem SW-Feinentwurf werden durchgeführt.

SE 7 - SW-Integration

Die einzelnen Softwareteile werden zu größeren Softwareeinheiten zusammengefügt und getestet.

SE 8 - System integrieren

Die Software wird zum Gesamtsystem integriert.

SE 9 - Überleitung in die Nutzung

Das Gesamtsystem (EDV+Infrastruktur) wird am Bestimmungsort installiert und in Betrieb genommen.

Das gegenwärtig vorliegende IT-Bundesvorgehensmodell gliedert sich in folgende Dokumente:

Dokumentenstruktur
Dokumentenstruktur des IT-BVM

Regelwerk SE:

Das Regelwerk beschreibt die Abfolge der Tätigkeiten und ihrer Erzeugnisse.

Tailoring:

Das Tailoring ist die Anpassung des allgemeinen Vorgehensmodells an ein konkretes Projekt. Damit werden nur jene Tätigkeiten im Projekt durchgeführt, die auch tatsächlich notwendig sind.

Rollenkonzept:

Eine Rolle besteht aus Kenntnissen und Fähigkeiten. Eine Person kann nun eine oder mehrere Rollen repräsentieren. Im Rollenkonzept werden einerseits solche Rollen beschrieben und andererseits die Tätigkeiten genannt, welche diese Rollen auszuführen haben.

Methodenzuordnungstabelle:

Zu vielen Tätigkeiten im SW-Entwicklungsprozess können Modellierungstechniken herangezogen werden. Die Methodenzuordnungstabelle schlägt für diese Tätigkeiten international bewährte Modellierungstechniken vor.

Durch die Trennung von Regelwerk, Tailoring, Rollenkonzept und Modellierungstechniken läßt sich das IT-BVM leicht an eine Organisation anpassen. Die bewährten Techniken in dieser Organisation, von EVA-Diagrammen über die Struktogramme bis zu UML-Diagrammen, können damit weiter verwendet werden. Durch die Verwendung des Tailoring kann einerseits eine optimale Anpassung an die Projektart und Projektgröße erfolgen, andererseits können Standardabläufe (z.B. für große, mittlere und kleine Projekte) einfach vordefiniert werden. Durch eine Auslagerung der Modellierungstechniken in eigene Methodenhandbücher wird eine einfache Aufnahme zukünftiger Methoden in das IT-Bundesvorgehensmodell ermöglicht. Dieses IT-BVM legt damit die Basis sowohl für eine modernere, EU-konforme und kostengünstigere SW-Entwicklung als auch für eine einfache Kontrolle des Projektfortschritts für den Auftraggeber.